KOORDINATOR FÜR SCHÜLER/INNEN MIT PSYCHISCHER STÖRUNG UND INTELLIGENZMINDERUNG

 

Menschen mit geistiger Behinderung leiden häufiger an psychischen Störungen als Menschen ohne Intelligenzminderung. Dieser große Bereich der psychischen Störungen beinhaltet auch psychische Erkrankungen, die diagnostiziert und medizinisch behandelt werden müssen (Bsp.: Fehlende Impulssteuerung, Essstörung, Angststörung, etc.). Da die Persönlichkeitsentwicklung aus unterschiedlichen Dimensionen zu betrachten ist, können die Ursachen äußerst vielseitig sein:

Es kann an behinderungsbedingten Einschränkungen der kognitiven Verarbeitungsprozesse liegen oder auch an einem schlecht ausgeprägten Selbstwertgefühl. Oft kommen mangelnde grundlegende Annahme und Wertschätzung sowie sich wiederholende emotionale Lebensereignisse, Verlassenheit, Abwertung, Ausgrenzung, Fremdbestimmung, und Perspektivlosigkeit hinzu. Weitere beeinflussende Faktoren können die Persönlichkeitsstruktur, die eigene Lebensgeschichte, gesundheitliche Aspekte, das gesellschaftliche Umfeld und die aktuellen Lebensbedingungen sein. So werden an die Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Störung (Doppeldiagnose) hohe Anforderungen an die sozialen Fähigkeiten gestellt. Nicht selten sind diese Fähigkeiten im frühen Kindesalter noch nicht gut ausgebildet und so reagieren die Schüler mit unangepassten und besonders auffälligen Verhaltensweisen, die einen geregelten Schulalltag im Klassenverbund erschweren. Diese psychischen Störungen oder – Erkrankungen schließen das Recht auf Beschulung jedoch nicht aus. Eher kann es dazu kommen, dass Kinder mit Intelligenzdefizit im Bildungsgang Geistige Entwicklung unterrichtet werden, ohne geistig behindert zu sein.

 

Aus dem oben genannten ergibt sich, neben den hohen Anforderungen an die betroffenen SchülerInnen, auch ein zu erfüllender Anspruch an die Mitarbeiter der Hammerwaldschule. Zu dieser Aufgabe zählen ein menschlich wertschätzender und geduldiger Umgang besonderen Maße und die Weiterbildung und Kompetenzerweiterung des pädagogischen Personals im Bereich psychische Störungen und Intelligenzminderung.

 

Ziele der Koordination im Umgang mit SchülerInnen mit psychischen Störungen sind:

-        Koordination zwischen KollegInnen und üBFZ Kranke oder Schulpsychologin

-        Kontaktaufnahme zu behandelnden Ärzten

-        Planung und Durchführung kollegialer Fallberatungen

-        Bereitstellung literarischer Inhalte und themenbezogenen Fortbildungen

-        Erarbeitung einer Maßnahmensammlung

-        Planung eines „Auszeitraumes“ (langfristig)

-        Ansprechpartner für betroffene SchülerInnen und Kollegen

-        Individuelle Angebote für betroffene Schüler/innen

-        Koordination interdisziplinärer Beratungstreffen

-        Kooperation mit unterschiedlichen Berater/innen